Das Dekanat Waldeck lädt zur Präsentation eines „ersten Bildes“ ein
Wie geht es weiter mit den kirchlichen Immobilien im katholischen Dekanat Waldeck? Seit Sommer 2025 haben Immobilien-Projektgruppen in den Pastoralen Räumen Bad Arolsen, Korbach und Bad Wildungen-Waldeck mit Unterstützung des Teams Immobilienberatung aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat Daten erhoben und Ideen entwickelt. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen nun in Form eines „ersten Bildes“ in einer Dekanatsversammlung am 29. Januar 2026 um 18:30 im Haus der Gemeinde in Korbach der Öffentlichkeit vorgestellt und im großen Kreis diskutiert werden.
„Eine intensive Zeit der Analyse liegt hinter uns: die Auslastung der Gebäude und deren Grundflächen, Perspektiven künftiger Nutzung, Optionen zur Umnutzung, ökumenische Zusammenarbeit – diese Themen haben die Projektgruppen miteinander diskutiert,“ erläutert Dechant Edgar Zoor die Vorarbeiten.
In den drei Pastoralen Räumen des Dekanates Waldeck sind die Herausforderungen verschieden, weil auch die Anzahl der Gebäude höchst unterschiedlich ist. Während die Projektgruppe in Bad Arolsen drei Gebäude zu betrachten hatte, waren im Pastoralen Raum Bad Wildungen-Waldeck acht Gebäude in den Blick zu nehmen. Im Pastoralen Raum Korbach, zu dem die Kirchengemeinden Korbach, Eppe, Hillershausen und Willingen gehören, muss der Erhalt, die Umnutzung oder die Aufgabe von 15 Gebäuden diskutiert werden. Insgesamt geht es um mehr als 13.000 Quadratmeter Gebäudeflächen.
„Die Zahl der Gemeindemitglieder nimmt ab, ebenso die aktive Teilnahme am Gemeindeleben,“ erläutert Pfarrer Bernd Conze aus Korbach. Auch finanziell werde der Gebäudebestand zu einer Last für die Pastoralen Räume. Aus Gründen der Nachhaltigkeit sei es wichtig, bestehenbleibende Gebäude energetisch zu ertüchtigen und kaum mehr genutzte einer anderen Nutzung zu überführen.
Insgesamt sehen die Immobilien-Projektgruppen Handlungsbedarf bei mindestens acht Immobilien im Dekanat Waldeck. Darunter sind Kirchengebäude und Pfarrheime. Bei einer zukünftig bedarfsgerechten Immobiliennutzung soll es nicht nur um Reduzierung des Überbestandes, sondern auch um mögliche Umbaumaßnahmen gehen. „Wir wollen den Immobilienbestand nicht um des Verkleinerns willen verkleinern, sondern ein bedarfsgerechtes Immobilienkonzept erstellen, das dem Gemeindeleben dient“, fasst Pfarrer Peter Heuel zusammen.
Vorstellung und Diskussion bei Gemeindeversammlung
Die Ergebnisse des „ersten Bildes“ eines Immobilienkonzeptes für das Dekanat Waldeck sollen nun bei einer Dekanatsversammlung am 29. Januar 2026 um 18:30 Uhr im Haus der Gemeinde an St. Marien in Korbach der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Eingeladen dazu ist die gesamte Öffentlichkeit – unabhängig von Kirchenmitgliedschaft und Glauben. Auf der Veranstaltung sollen Handlungsoptionen diskutiert und auch Ideen für Um- und Nachnutzungskonzepte gesammelt werden.
Wie Dechant Edgar Zoor betont, sind bei der Vorlage des ersten Bildes keine Entscheidungen über die Zukunft einzelner Immobilien getroffen. Zoor rechnet mit einer regen und kontroversen Diskussion: „Ich kann den Unmut der Menschen gut verstehen, dass wir in der Gemeinde öffentlich über die Zukunft einer Kirche sprechen, in der sie getauft wurden und geheiratet haben. Auch mir fällt der Gedanke schwer, mich mit der Nachnutzung einer Kirche zu beschäftigen, in der ich regelmäßig die Messe feiere. Trotzdem brauchen wir jetzt ein Immobilienkonzept, um unsere Kirche auf die kommenden Jahre vorzubereiten und ihr eine gute Zukunft zu ermöglichen. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam Wege finden, die von den Mitgliedern unserer Gemeinden mitgegangen werden können.“ Wichtig sei es, dass jetzt nicht nur mögliche Rück- und Umbauüberlegungen diskutiert werden, sondern Ideen für sinnvolle Nutzung der Gebäude geteilt werden, die zukünftig in den Pastoralen Räumen verbleiben. Dazu laden die Projektgruppen alle ein, sich aktiv zu beteiligen.
Die Immobilienstrategie
Die Immobilienstrategie des Erzbistums Paderborn ist seit dem Jahr 2021 gültig. Sie zeigt den Pastoralen Räumen Wege auf, frühzeitig Perspektiven für eine langfristige Nutzung zu entwickeln. Eine Kürzung des Immobilienbestands ist Voraussetzung dafür, umfangreiche Förderungen bei Umbau und Instandhaltungsmaßnahmen der übrigen Gebäude seitens des Erzbistums zu erhalten. Dabei erfahren die Pastoralen Räume seitens des Erzbischöflichen Generalvikariats professionelle Unterstützung, um individuelle Lösungen zu entwickeln und die Herausforderungen zu meistern.
Ansprechperson
Leonie Jedicke
Dekanatsreferentin im Dekanat Waldeck
34497 Korbach
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E-Mail: leonie.jedicke@dekanat-waldeck.de