Zukunft der Immobilien im Dekanat Waldeck
Präsentation des 1. Bildes der Immobilienstrategie des Dekanats Waldeck
Knapp 100 Menschen folgten trotz widriger Wetterverhältnisse der Einladung ins Haus der Gemeinde in Korbach. Dort stellten die Projektgruppen der drei Pastoralen Räume die Ergebnisse ihrer Arbeit seit Sommer 2025 vor. Im Rahmen der Immobilienstrategie sollen Perspektiven für eine langfristige Nutzung entwickelt werden. Eine Kürzung des Immobilienbestands ist Voraussetzung dafür, umfangreiche Förderungen bei Umbau und Instandhaltungsmaßnahmen der übrigen Gebäude seitens des Erzbistums zu erhalten.
In Gruppen diskutierten die Teilnehmenden die Ideen an Stellwänden. Die Ergebnisse auf den Karten lieferten Kritik und Zustimmung sowie neue Ideen, mit denen die Gruppen weiterarbeiten können. Durch den Abend führten Dechant Edgar Zoor und Dekanatsreferentin Leonie Jedicke.
Das Dekanat Waldeck hat sich entschieden, in allen drei Pastoralen Räumen gleichzeitig diesen Prozess zu durchlaufen – ein Novum im Erzbistum. Im ersten Bild wurden folgende Vorschläge vorgestellt:
Pastoraler Raum Bad Arolsen
Die schon aufgegebene Kirche St. Peter und Paul in Mengeringhausen konnte aufgrund des Denkmalschutzes nicht abgerissen werden. Daher hat die Projektgruppe entschieden, die Kirche an die Immobilienverwertungsgesellschaft Consolido des Erzbistums Paderborn abzugeben.
Das Pfarrzentrum St. Johannes Baptist in Bad Arolsen mit Kirche und Pfarrheim erfreut sich einer hohen Auslastung durch engagierte Gruppen der Gemeinde. Daher bleibt dieses als pastoraler Mittelpunkt des Raumes Bad Arolsen erhalten.
Pastoraler Raum Korbach
Die Kirche St. Marien in Korbach bleibt als Hauptkirche für den Pastoralen Raum: Die neue Orgel ging gerade in Betrieb, die Pfarrkirche bildet ein Ensemble mit dem Haus der Gemeinde, dem zentralen Pfarrbüro, den Diensträumen von Verwaltungsleitung und pastoralem Personal, dem Pfarrhaus als Sitz des Leiters, den beiden Beratungsstellen im Westwall. Das Haus der Gemeinde ist zentraler Begegnungsort für sämtliche Gruppen und Veranstaltungen und wird sehr gut genutzt. Allerdings ist das gesamte Gebäude stark renovierungsbedürftig, möglicherweise ist ein Neubau an dieser Stelle sinnvoller.
Die Filialkirche St. Josef Korbach mit den angrenzenden Gemeinderäumen steht zur Disposition. Es existieren Ideen zu einer Jugendkirche mit dem missionarischen Schwerpunkt „Kirche der Zukunft“. Ein entsprechendes Konzept wird derzeit in der Projektgruppe und mit den Kirchenvorständen auf Umsetzbarkeit hin geprüft.
Eine weitere Idee ist die eines Kolumbariums und damit ein caritativer Schwerpunkt „Trauerpastoral“. Die große Kirche aus der Zeit des II. Vatikanischen Konzils wird derzeit als Sommerkirche genutzt, im Winter ist sie ungeheizt. Die Grabeskirche müsste allerdings in Trägerschaft der Stadt Korbach entstehen, die katholische Kirche könnte das trauerpastorale Angebot übernehmen.
Die Filialkirche St. Marien in Diemelsee-Adorf hat bei zwei Heiligen Messen im Monat nur noch sehr geringe Besucherzahlen. Die Kirche wird in Zukunft wohl nicht mehr als Gottesdienstraum gebraucht. Damit steht dieses Gebäude zur Disposition.
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Eppe ist Mutterkirche mehrerer Gemeinden im Dekanat. Sie ist Zentrum für das überwiegend katholische Dorf. Das Pfarrheim am Rande des Dorfes wird wenig genutzt. Da es mit der örtlichen Mehrzweckhalle eine gute Alternative gibt, steht dieses Gebäude zur Disposition. Da die ökumenische Zusammenarbeit intensiviert werden soll, könnte in der Kirche ein Versammlungsraum errichtet werden, der für katholische und evangelische Gemeinde nutzbar wäre.
Die Kapelle St. Ursula in Nieder-Schleidern bildet mit der nebenstehenden evangelischen Ursula-Kirche ein prägendes Ensemble für das überwiegend katholische Dorf. Die wöchentlichen Hl. Messen am Mittwochabend werden überdurchschnittlich gut besucht. Die kleine lebendige Gemeinde sorgt ehrenamtlich für das Gotteshaus und die Gestaltung der Gottesdienste. Es gibt einen kleinen Versammlungsraum, der auch von örtlichen Vereinen genutzt wird. Daher bleibt diese Kirche erhalten, langfristig müsste über ein Konzept für das Dorf diskutiert werden.
Die Pfarrvikariekirche St. Michael in Hillershausen liegt am Ortsrand, bildet aber mit dem Pfarrheim (und dem ehemaligen Pfarrhaus) ein eigenes Ensemble und bedeutet für das katholische Dorf das geistliche und pastorale Zentrum. Das Pfarrheim könnte veräußert werden und die Räumlichkeiten für gemeindliche Zwecke gemietet werden.
Die Filialkirche St. Lukas in Sachsenberg steht zur Disposition. Der Besuch der zwei Heiligen Messen im Monat ist nur noch sehr gering. Ähnlich wie in Adorf wird auch diese Kirche in Zukunft wohl nicht mehr als Gottesdienstraum gebraucht.
Die Pfarrviekariekirche St. Augustinus in Willingen wurde innen und außen für die nächsten 25 Jahre renoviert. Sie wird als Gästekirche rege genutzt. Gemeindeglieder kümmern sich um eine stets ansprechende Raumgestaltung. Durch das Gotteshaus in seiner besonderen Form und Innenraumgestaltung bleibt Kirche hier in der Touristen-Hochburg Willingen bleibend präsent und einladend.
Das Pfarrheim Willingen neben der Kirche wird kaum noch von der Gemeinde genutzt. Wesentliches Hindernis für ältere Benutzer ist der hohe Treppenaufgang zur Eingangstür und die tiefe Treppe ins Untergeschoss zu den Toiletten. Die evangelische Gemeinde am Ort hat angeboten, deren neu gestalteten Räumlichkeiten regelmäßig mitzunutzen, falls das katholische Pfarrheim aufgegeben wird. In diesem Fall ist zu überlegen, ob in der Kirche nicht zumindest ein kleinerer Raum für Treffen eingebaut werden könnte.
Pastoraler Raum Bad Wildungen-Waldeck
Der Komplex aus Kirche St. Liborius in Bad Wildungen mit Gemeindehaus, Pfarrhaus und Pfarrbüro bildet einen zentralen Punkt des pastoralen Lebens. Als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung verbindet dieser Standort historischen Wert mit zukunftsfähiger Funktionalität. Der gute bauliche Zustand, die ÖPNV-Anbindung und das hohe Engagement der Gemeinde sorgen dafür, dass es auch zukünftig als pastoralen Mittelpunkt in Bad Wildungen gestaltet wird.
Die Kurkirche Christkönig in Reinhardshausen wird nur wenig genutzt. Die Kurseelsorge hat sich verändert. Aufgrund der guten Partnerschaft mit der evangelischen Lukaskirche und der ökumenischen Zusammenarbeit steht diese Kirche zur Disposition.
Die Kirche St. Maria Himmelfahrt in Waldeck könnte zukünftig um 75 % in der Größe reduziert werden, vorbehaltlich des bestehenden Denkmalschutzes. Das Gemeindehaus kann wegen geringer Nutzung aufgegeben werden. Ein Versammlungsraum könnte im ehemaligen Pfarrhaus entstehen, das als Pilgerherberge „Gerlinde-Wanke-Haus“ hergerichtet werden soll.
Die Kirche St. Liborius in Waldeck-Sachsenhausen ist kostengünstig im Unterhalt und die Besucherzahl ist höher als in Waldeck. Daher wird zunächst von einem Erhalt der Kirche ausgegangen.
Die Projektgruppen verstehen ihre Arbeit nicht als Einbahnstraße. Sie sind auf Resonanzen und Ideen aus den Gemeinden und der breiten Öffentlichkeit angewiesen. Daher stand der Austausch an Stellwänden zu den verschiedenen Gebäuden im Mittelpunkt des Abends.
Am Ende wurden die weiteren Schritte erläutert und die durchgehende Beteiligung zugesichert. In Gemeindeversammlungen werden alle Gemeinden noch einmal informiert und zur Mitarbeit eingeladen. Aber alle Menschen sind eingeladen, sich inhaltlich einzubringen.
Ansprechperson
Leonie Jedicke
Dekanatsreferentin im Dekanat Waldeck
34497 Korbach
Telefon: 05631 9379905
Mobil: 01523 77 15 724
E-Mail: leonie.jedicke@dekanat-waldeck.de